SPD Buchholz fordert den Ausbau der Kinderbetreuung

Der im Mai 2016 vorgelegte Kindertagesstättenbedarfsplan für die Stadt Buchholz prognostiziert bis 2035 eine gravierende Unterdeckung des Bedarfes an Betreuungsplätzen im Krippen- und Kindertagesstättenbereich. Der Bedarfsplan untersucht verschiedene Szenarien des Bevölkerungszuwachses. Er rechnet bis 2025 je nach Szenario mit einer Unterdeckung von 117 und 488 Plätzen. Der Bedarfsplan zeigt die größten Defizite im Krippenbereich für Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren auf. „Der Bevölkerungszuwachs in unserer Stadt und die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen erfordern auch den Ausbau der sozialen Infrastruktur.“, stellt SPD-Ratsherr Dr. Jan Christian Dammann fest. „Diese Herausforderung gilt es ganzheitlich zu betrachten und frühzeitig die Weichen zu stellen,“ ergänzt Martin Gerdau, Landtagskandidat der SPD-Buchholz.

Die SPD-Fraktion fordert, dass das Betreuungsangebot in Buchholz qualitativ hochwertig und bedarfsgerecht weiterentwickelt wird. „Die Betreuung durch die Eltern, sowie in der Kindertagespflege, der Krippe, im Kindergarten und im nachschulischen Bereich ist sorgsam aufeinander abzustimmen. Dazu gilt es sowohl die Kosten, als auch die Bedarfe der Eltern möglichst genau abzuschätzen.“, erklärt Jan Christian Dammann. Die SPD-Fraktion im Stadtrat hat daher zwei Anträge zur Verbesserung des Kinderbetreuungsangebotes in Buchholz gestellt:

Zur Klärung der Kosten soll die Verwaltung einen Masterplan zum Ausbau von Krippen und Kindertagesstätten erarbeiten. Dieser Masterplan soll Aufschluss über die einzurichtenden Gruppen, die notwendigen Aus- und Neubaumaßnahmen, sowie die zu erwartenden Investitions- und Betriebskosten geben.
Zur Klärung der Betreuungsbedarfe soll die Verwaltung eine Umfrage bei den Eltern der Kinder durchführen, um ein spezifisches Bild der Situation in Buchholz zu erhalten, z.B. betreffend der präferierten Betreuungsform in der Kindertagespflege oder Kindertagesstätten, sowie der benötigten Betreuungszeiten oder Kapazitäten in einzelnen Stadtteilen. Die Befragung der Eltern soll neben Krippen und Kindertagesstätten auch die Bedarfe in der nachschulischen Betreuung abdecken.

Des Weiteren hat die SPD-Fraktion beantragt, dass die Stadt Buchholz im neu entwickelten Canteleu-Quartier eine geeignete Wohnung zur Einrichtung einer Großtagespflegestelle anmietet. Diese Wohnung soll durch die Stadt an einen Verbund von Tagespflegepersonen untervermietet werden. Ein besonderes Manko der Kindertagespflege für die Eltern ist der ersatzlose Ausfall der Tagespflegeperson z.B. durch Krankheit. Dieser Nachteil kann z.B. durch einen Verbund von drei Tagespflegepersonen kompensiert werden, die sich in einer Großtagespflegestelle gegenseitig vertreten. Durch eine Großtagespflegestelle könnten bis zu 10 Betreuungsplätze für Kinder geschaffen werden.

„Die Kindertagespflege bietet Bildung, Erziehung und Betreuung in einem familiären Rahmen mit stabilen Bezugspersonen. Sie kann das Betreuungsangebot in Krippen und Kindertagesstätten durch Betreuung in Randzeiten, sowie an Sonn- und Feiertagen sinnvoll ergänzen.“, begründet Jan Christian Dammann den Antrag.