Bezahlbares Wohnen braucht Verantwortung statt Stillstand
Bezahlbares Wohnen braucht Verantwortung statt Stillstand
Heike Werner: Stadt muss selbst bauen und langfristig für bezahlbare Mieten sorgen
Buchholz steht vor einer großen Herausforderung: Die Stadt wächst, gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Während über die zukünftige Entwicklung der Einwohnerzahlen und mögliche Grenzen des Wohnungsbaus diskutiert wird, fordert die SPD Buchholz eine pragmatische und sozial ausgewogene Lösung.
„Wer über die Zukunft unserer Stadt spricht, muss auch beantworten, wo die Menschen künftig wohnen sollen“, erklärt Heike Werner, Bürgermeisterkandidatin der SPD Buchholz. „Familien, Auszubildende, Pflegekräfte, Beschäftigte im Einzelhandel oder Seniorinnen und Senioren dürfen nicht aus Buchholz verdrängt werden, weil Wohnraum unbezahlbar wird.“
Die Folgen sind bereits heute spürbar. Viele Menschen, die täglich Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen, finden in Buchholz kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Erzieherinnen und Erzieher, Pflegekräfte, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Verkäuferinnen und Verkäufer, Handwerker oder Berufseinsteiger stoßen zunehmend an finanzielle Grenzen.
Besonders betroffen sind auch junge Erwachsene aus Buchholz. Wer hier aufgewachsen ist, eine Ausbildung beginnt oder nach Studium und Berufseinstieg in die Heimat zurückkehren möchte, findet oft keine passende und bezahlbare Wohnung mehr. Viele bleiben deutlich länger im Elternhaus wohnen als eigentlich gewünscht oder ziehen in andere Kommunen, weil sie sich das Leben in Buchholz nicht leisten können.
„Es kann nicht sein, dass die Menschen, die unsere Stadt jeden Tag am Laufen halten, sich das Wohnen hier kaum noch leisten können“, sagt Werner. „Und es kann nicht unser Anspruch sein, dass unsere eigenen Kinder Buchholz verlassen müssen, weil sie hier keine bezahlbare Wohnung finden.“
Aus Sicht der SPD reicht es nicht aus, allein auf Nachverdichtung, Baulücken oder die Nutzung bestehender Flächen zu setzen. Diese Möglichkeiten müssen konsequent genutzt werden, werden den Bedarf aber langfristig nicht decken. Wer dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen will, muss bereit sein, alle sinnvollen Möglichkeiten in den Blick zu nehmen.
Deshalb setzt die SPD auf eine aktive kommunale Wohnungsbaupolitik. Kernstück ist die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft beziehungsweise die Bündelung städtischer Wohnimmobilien und geeigneter Grundstücke in einer eigenständigen kommunalen Gesellschaft. Dieses Ziel ist auch im Wahlprogramm der SPD Buchholz verankert.
„Wohnraum ist keine Ware wie jede andere. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und damit auch eine Frage sozialer Verantwortung“, betont Werner. „Wenn der Markt allein das Problem lösen könnte, hätten wir die steigenden Mieten längst nicht mehr.“
Besondere Chancen sieht die SPD auf städtischen Flächen entlang der Bremer Straße in Richtung B75 sowie auf den Flächen hinter dem Finanzamt. Dort kann moderner Wohnraum entstehen, der unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt – von Familienwohnungen über barrierearme Angebote bis hin zu Wohnungen für Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen.
Dabei geht es nicht nur um zusätzliche Wohnungen, sondern auch um langfristige Vermögenswerte für die Stadt.
„Wenn die Stadt selbst baut, entstehen nicht nur Wohnungen. Es entsteht dauerhaftes städtisches Vermögen“, so Werner. „Mieteinnahmen bleiben in Buchholz und können wieder in neue Wohnungen investiert werden. Das schafft Handlungsspielräume für kommende Generationen.“
Gleichzeitig wird die Stadt die Wohnungsfrage nicht allein lösen können. Auch private Investoren und Wohnungsunternehmen werden weiterhin gebraucht, um ausreichend Wohnraum zu schaffen und eine gesunde Mischung unterschiedlicher Wohnformen zu ermöglichen.
„Wir brauchen keine ideologischen Grabenkämpfe zwischen öffentlichem und privatem Wohnungsbau“, betont Werner. „Wir brauchen beides. Die Stadt muss Verantwortung übernehmen, aber wir brauchen auch Investoren, die in Buchholz bauen wollen.“
Nur durch einen ausgewogenen Mix aus kommunalem und privatem Wohnungsbau können unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden: Eigentumswohnungen und Mietwohnungen, sozial geförderter Wohnraum und frei finanzierte Angebote, kleinere Wohnungen für Singles und Senioren ebenso wie größere Wohnungen für Familien.
„Eine lebendige Stadt entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Einkommen und Lebenssituationen zusammenleben können. Genau diese Vielfalt müssen wir auch beim Wohnen sichern.“
Die SPD betont gleichzeitig, dass neue Wohngebiete nur gemeinsam mit einer guten Infrastruktur entstehen dürfen. Dazu gehören eine leistungsfähige Verkehrsanbindung, sichere Radwege, Kinderbetreuung, Grünflächen, Nahversorgung und eine moderne Energieversorgung.
„Klimaschutz und Wohnungsbau dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagt Werner. „Eine lebenswerte Stadt braucht beides: verantwortungsvollen Umgang mit Flächen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Das eine schließt das andere nicht aus.“
Für die SPD steht deshalb fest: Buchholz muss wachsen können, ohne seinen sozialen Zusammenhalt zu verlieren.
„Mein Ziel ist ein Buchholz, in dem auch Menschen mit normalem Einkommen eine Zukunft haben“, erklärt Werner. „Eine Stadt für alle Generationen – bezahlbar, sozial und mit Weitblick geplant.“
Für die SPD ist bezahlbarer Wohnraum nicht nur eine Frage der Stadtentwicklung. Er ist eine Frage von sozialer Gerechtigkeit, Fachkräftesicherung und Generationengerechtigkeit. Denn Wohnen darf in Buchholz kein Luxus werden. Es muss für alle Menschen möglich bleiben, in unserer Stadt zu leben, zu arbeiten und eine Zukunft aufzubauen.